Die "Bjarte"

Bordwand der "Bjarte" am Heck. Die beiden Schiffe "Bjarte" und "Kjelløy" bilden zusammen den Tauchplatz "Townwreck" oder "Byvrak". Die "Bjarte" ist das kleinere Wrack, ein schätzungsweise 25 bis 30 m langes Fahrzeug mit einem am Heck gelegenen Steuerhaus (von einer Brücke zu reden wäre übertrieben) und zwei Laderäumen. Das Aussehen ist in etwa das eines großen Fischkutters,Wahrscheinlich eine Winsch auf dem Deck. es handelte sich aber offenbar um einen kleinen Küstenfrachter.

Wie die "Kjelløy" gehörte die "Bjarte" der Reederei Sjuve Shipping im Kristiansand. Von ihrem Eigentümer Tom Sjuve stillgelegt, lagen die beiden ausgedienten Schiffe eine Zeit lang im KMV-Hafen von Kristiansand. Da sich die Verschrottung verzögerte, ließ die Hafenmeisterei sie die Kongsgårdsbukta verlegen, wo sie schließlich vor Anker liegend sanken. Ob es sich, wie bereits im Artikel über die "Kjelløy" erwähnt, um eine absichtliche Versenkung handelte, um die Kosten für das Abwracken zu sparen, oder die Folgen der Vernachlässigung, ist schwer zu sagen.

Der Bug mit dem Schiffsnamen.Die "Bjarte" liegt neben der "Kjelløy", von See aus links vor dem Ende der Hafenmole in der Kongsgårdsbukta parallel zu einer Felswand, die sich über der Wrackstelle erhebt. Das Wrack ruht zwischen den Felsen und der "Kjelløy" schräg auf seiner Steuerbordseite in nur 10 m Tiefe. Das Brückenhaus reicht bis 2 m unter die Wasseroberfläche. Von den beiden Wracks an dieser Stelle ist die "Bjarte" zweifellos das weniger interessante Schiff, da kleiner,Reling am Bug der "Bjarte". mit weniger Details, weniger Ausrüstung und einem weniger schönen Bewuchs. Sie ist deshalb keinen eigenen Tauchgang wert, sondern einen Abstecher von einem Besuch bei ihrem größeren "Nachbarn". Wenn man um die "Kjelløy" herumtaucht, bietet es sich an, von deren Heck aus hinüber zur "Bjarte" zu tauchen. Man kommt hier ebenfalls beim Heck an, wirft einen Blick auf das Ruderhaus und taucht entlang des Rumpfs zum Bug, an dem man noch den Schiffsnamen erkennen kann. Er bietet ein schönes Fotomotiv. Am schönsten ist der Bewuchs am Heck, in dessen Schattenzone sich Seescheiden und Totemannshände finden, ansonsten dominieren braungrüne Algen. Auffällig sind die vielen Felsbrocken, die auf dem Schiff liegen und offenbar von der Felswand darüber hinuntergefallen sind. Vom Bug aus sieht man den Rumpf der "Kjelløy", der mit ein paar Flossenschlägen erreicht ist.

Eine genauere Untersuchung des Schiffs haben wir unterlassen, da wir den größeren Nachbarn für wesentlich interessanter hielten. Es ist also sozusagen das Pech der "Bjarte", nicht allein gesunken zu sein, sondern ihre letzte Ruhestätte mit einem attraktiveren Schiff teilen zu müssen...


Zur Übersicht Zurück