Die "El Balans"

Hauptteil des Wracks Das Wrack "El Balans" liegt etwa ca. 19 km südlich von El Quseir und ist in keinem Handbuch beschrieben. Angeblich handelt es sich um ein Schnellboot oder Torpedoboot der ägyptischen Marine, das nach einer Kollision mit dem Riff gesunken ist. Glasfische am WrackEs könnte sich aber auch um ein größeres Fischerboot gehandelt haben, eventuell auch um ein Tauchboot, worauf die Reste eines Sonnendachs deuten könnten. Datum oder genauere Umstände des Untergangs waren nicht herauszubekommen. Der gleichnamige Tauchplatz wird von den Tauchbasen in El Quseir angefahren. Welche Funktion das Schiff auch immer hatte, es dürfte sich um ein Fahrzeug mit einem starken Motor gehandelt haben, dessen Untergang durch eine Kollision mit dem Riff ausgelöst worden sein dürfte. Im ersten Moment denkt man angesichts des Fehlens einer schiffsähnlichen Struktur an ein Schiff mit hölzernem Rumpf, doch ist auch gut denkbar, dass das Wrack einige Zeit auf dem Riff lag und durch die Brandung zerstört wurde, bevor es absank und seine endgültige Position auf einer tieferen Stufe des Riffs fand. Für diese Vermutung sprechen zahlreiche Metallplatten und andere Trümmer, die nicht zu den Maschinen gehört haben dürften und wohl doch Reste des Rumpfs darstellen. Angesichts des starken Bewuchs dürfte der Untergang schon lange zurückliegen, vielleicht in den 1970er oder 1980er Jahren.

Weichkorallen auf Gestänge Die Reste des Schiffs liegen auf einer Stufe am Riff in einer Tiefe zwischen 24 und 27 m. Die hauptsächliche Struktur des Schiffs besteht aus einem großen Wrackteil, das wohl aus den Resten der Maschine sowie stark deformierten und verbogenen weiteren Rumpftrümmern zu bestehen scheint, etwa 2-3 m lang ist und sich etwa 2 m über den Grund erhebt. Gestänge eines Sonnendachs mit JuwelenbarschEine schiffsähnliche Struktur kann man hier nicht mehr erkennen, und aufgrund des dichten Bewuchses war uns eine Zuordnung zu einer Funktion nicht einfach. Auf diesem Wrackteil liegt ein Gestänge, das an ein Zelt erinnert und - wie erwähnt - wohl der Rest eines mit einer Plane bespannten Sonnendachs gewesen sein könnte. Einige Meter entfernt liegen Benzin- oder Wassertanks sowie andere lose Trümmer. Ein alter Autoreifen diente wohl einst als Fender. Das Wrack weist vor allem im oberen Teil einen schönen Weichkorallenbewuchs auf und ist Heimstätte eines Glasbarschschwarms sowie etlicher Juwelenbarsche, die Tauchern ein gewissen Misstrauen entgegen zu bringen scheinen. Das Riff selbst weist einen schönen Bewuchs aus verschiedenen Steinkorallenarten auf und wird von besonders vielen Rotfeuerfischen bewohnt.

Unser Tauchgang war nicht ganz unproblematisch, da wir vom Tauchboot falsch abgesetzt wurden; der Anker hatte nicht gehalten. Wir mussten eine ganze Zeit in etwa 25 m suchen, um das Wrack zu finden. Alle bis auf meine beiden Tauchpartner und ich gaben wegen auf und verzogen sich an das Riff. Wenige Meter, nachdem wir von den anderen verabschiedet hatten, sahen wir die ersten Trümmer von Wassertanks oder ähnlichem auf dem Grund. Das Wrack selbst lag dann einige Meter weiter ­ alle fanden danach, dass sich die Suche gelohnt hatte, obwohl wir die Nullzeit bis zum Ende ausgeschöpft hatten.


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