Die "Santo Antao"

Reste des Decks und einer LadelukeSoldatenfische im Maschinenraum In der Bucht vor dem Hafenstädtchen Santa Maria an der Südspitze Sals liegen mindestens zwei Wracks. Eines davon ist die "Santo Antao", ein kleiner, rund 45 m langer Frachter, der dem Vernehmen nach im Jahr 1966 direkt vor der Ortschaft Santa Maria mit etwa 100 m Abstand zum Strand gesunken ist. Angaben aus einer anderen Quelle zufolge handelte es sich um ein Schiff, das Trinkwasser nach Sal transportierte. Der Grund des Untergangs ist nicht bekannt. Die schweren Beschädigungen im Mittelteil des Schiffs lassen einen zunächst an eine Explosion denken, dürften aber auf das Einwirken der Brandung zurückzuführen sein. Daneben liegen am anderen Ende der Bucht im Flachwasser die Reste eines von der Brandung völlig zerschlagenen Tankers. Eine dick bewachsene Ankerkette seewärts dieser Stelle deutet auf den Schiffbruch eines wesentlich älteren Schiffs hin, ein Wrack ist bisher aber unbekannt.

Blick zum Bug. Die "Santo Antao" liegt auf etwa 11-15 m tiefem Sandgrund auf Backbordseite auf Grund, das Deck ist leicht gegen den Grund geneigt. Das Wechselspiel von Strömung und Brandung hat das Schiff teilweise in den Sand eingespült. Bug und Heck sind relativ gut erhalten; das Mittelteil ist nur noch ein Schrotthaufen; Teile des Decks, an denen sich eine Ladeluke erkennen lässt, ragen noch aus dem Bugteil heraus ins Wasser, während der Rumpf selbst verschwunden ist. Die Schraube wurde offensichtlich geborgen und ist nicht mehr an ihrem Platz. Der Bewuchs ist mäßig. Durch ein großes Loch in der obenliegenden Seite des Heckteils kommt man relativ einfach in den Maschinenraum. Hier findet man ein Gewusel aus Feilenfischen, Großaugenbarschen und Soldatenfischen vor. Um das Wrack herum patroullieren Schwärme von Barben, Schnappern, Makrelen, zwischen denen sich zahlreiche andere Arten, z.b. große Trompetenfische einschmuggeln.

Barben an der Abbruchstelle des Bugs. Ein großer Thunfisch scheint sich hier ebenfalls recht daheim zu fühlen - und beäugt Fotografen zwar penetrant und neugierig, verschwindet aber immer dann, wenn sie die Kamera zücken! Das Trümmerfeld zwischen Bug- und Heckteil ist u.a. Heimstatt von Drachenköpfen und Igelfischen.

Die Sicht ist nahe am Strand mäßig, hängt aber stark von der Brandung ab. Die Strömungen sind nicht stark, die Wrackteile bewegen sich allerdings teilweise recht deutlich mit der Brandung. Der Reiz dieses unspektakulären Wracks liegt an der Fauna, die sich dort tummelt, an den bizarren Trümmern und an der Möglichkeit, in das Innere einzudringen. Aufgrund der geringen Tiefe kann man sich beim Betauchen Zeit lassen - angesichts maximal 15 m braucht man sich um Luft oder Deko eigentlich kaum Gedanken machen.


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